• Roche in Deutschland
  • English
  • Kontakt

Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs

Nach der Diagnose entscheiden Behandlungsteam und Betroffene gemeinsam, wie es weitergeht. In der Regel besteht kein sofortiger Handlungsbedarf: Es bleibt daher genug Zeit, sich zu informieren, sich mit den Optionen auseinanderzusetzen und ggf. eine Zweitmeinung einzuholen.

Die Entscheidung für eine Therapie hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab – unter anderem auch vom Stadium der Erkrankung. Um das individuelle Stadium zu bestimmen, verwenden Ärzte die sogenannte TNM-Klassifikation. Dieses Schema ordnet den Tumor nach vorgegebenen Kriterien ein und gibt Aufschluss über seine Größe, seine Ausbreitung und darüber, ob bereits Metastasen vorhanden sind.

Ist das Karzinom kleiner als 2 cm, spricht man beispielsweise von einem frühen Stadium (Stadium I). Wenn der Tumor bereits in die Lymphknoten gestreut hat, ist die Erkrankung fortgeschritten (Stadium III).  

Wichtige Punkte, die ebenfalls in die Therapieplanung hineinspielen, sind der Hormonrezeptor- und der HER2-Rezeptorstatus. Hinzu kommen der aktuelle Gesundheitszustand und das Alter der Patientin bzw. des Patienten. Außerdem ist relevant, ob es sich um eine Ersterkrankung oder um einen Rückfall (Rezidiv) handelt.

Grundsätzlich stehen für die Behandlung von Brustkrebs drei Therapiesäulen zur Verfügung: Operation, medikamentöse Therapie und Strahlentherapie. Eine dauerhafte Heilung ist nur möglich, wenn alle Tumorzellen zerstört werden.

 Befindet sich der Brustkrebs in einem noch frühen Stadium, gibt es zwei Optionen:

  • Der Tumor wird zuerst operiert und dann medikamentös behandelt (adjuvante Behandlung).
  • Alternativ wird zunächst eine medikamentöse Behandlung durchgeführt und erst nach drei bis vier Monaten operiert (neoadjuvante Behandlung). Die neoadjuvante Behandlung setzen Ärzte vor allem bei aggressiven und sehr großen Tumoren ein, um sie zu verkleinern.

Sind Metastasen im Körper nachweisbar, wird der Brustkrebs zu einer chronischen Erkrankung und ist meist nicht mehr heilbar.1 Dann können Ärzte mithilfe medikamentöser Therapien das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die begleitenden Symptome lindern. Heute können Brustkrebspatientinnen mit Metastasen häufig noch viele Jahre mit guter Lebensqualität leben.

Operation

Bei der Operation entfernt der Chirurg den Tumor, das Tumorbett (die Stelle, an der der Tumor saß) und eventuell befallene Lymphknoten aus der Achselhöhle. Er entnimmt dabei nur so viel Gewebe wie nötig. Meist kann die Brust bei der Operation erhalten werden. Eine Mastektomie, bei der die gesamte Brust entfernt wird, kommt im Vergleich zur brusterhaltenden Operation seltener vor.

Bei einem Rückfall an der gleichen Stelle (lokales Rezidiv) versuchen die Ärzte zunächst, den Tumor komplett zu entfernen. Die darauffolgenden Therapien werden – wie bei der Ersterkrankung – individuell abgestimmt.

Metastasen können nur in seltenen Fällen operiert werden. Meist werden sie mit einer Strahlentherapie und Medikamenten behandelt.

Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie, auch Radiotherapie genannt, setzen Ärzte vor allem im Anschluss an eine Operation ein. Hierbei werden das ehemalige Tumorbett und die Brust bestrahlt. Die Strahlen sollen eventuell verbliebene Krebszellen abtöten und so die Heilungschancen verbessern.

Die Brust wird täglich über etwa einen Monat lang wenige Sekunden bestrahlt. Bei manchen Patientinnen wird die Brust außerdem schon während der Operation bestrahlt (intraoperativ) – das verkürzt den nachfolgenden Bestrahlungszeitraum.

Chemotherapie

Die Chemotherapie ist eine systemische Behandlung: Das bedeutet, dass sie im gesamten Körper wirkt und auch weit verstreute Krebszellen erreichen kann. Ziel der Therapie ist es, die Krebszellen an der Teilung – und damit an der Vermehrung – zu hindern und sie zu zerstören. Die dabei verwendeten Medikamente (Zytostatika) werden entweder über eine Infusion oder als Tablette verabreicht. Oftmals werden mehrere Zytostatika kombiniert.

Die Betroffenen erhalten die Zytostatika in mehreren Zyklen: Zu einem Zyklus gehört die Behandlungsphase und eine anschließende Pause, in der der Körper sich erholen kann. Chemotherapien kommen sowohl bei frühem als auch bei fortgeschrittenem Brustkrebs zum Einsatz.

Antihormontherapie

Hormone haben viele wichtige Aufgaben im Körper: Sie steuern zum Beispiel den Zyklus der Frau. Zwei Drittel aller Mammakarzinome haben die Rezeptoren – eine Art Andockstelle –  für Geschlechtshormone auf ihrer Oberfläche. Hierbei spricht man von einem „hormonrezeptorpositiven Brustkrebs“. Bei dieser Brustkrebsform regen die beiden Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron darüber das Wachstum der Krebszellen an.

Daher erhalten Brustkrebspatientinnen mit einem hormonrezeptorpositiven Brustkrebs nach einer Operation eine Antihormontherapie. Diese kann mit anderen medikamentösen Therapien kombiniert werden. Die Behandlung in Tabletten- oder Spritzenform soll das Wachstum des Tumors verlangsamen oder stoppen.

Im Rahmen der Antihormontherapie gibt es mehrere Wirkstoffe. Welches Präparat eine Frau erhält, hängt unter anderem davon ab, ob sie schon in den Wechseljahren ist oder nicht.

Referenzen

  1. „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Krebshilfe e.V.:
    Brustkrebs II. Die fortgeschrittene Erkrankung, Rezidiv und Metastasierung. Berlin, 2011: S. 22.