Entstehung und Risikofaktoren Darmkrebs

Wie entsteht Darmkrebs?

Darmkrebs entsteht häufig aus Darmpolypen. Dies sind Wucherungen der Darmschleimhaut, die pilzähnlich in den Darmraum hineinwachsen. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Polypen um so genannte gutartige Adenome. In einigen Fällen können sie jedoch zu Darmkrebs entarten.

Wie entwickelt sich Darmkrebs (Grafik: Roche)

Darmkrebsentwicklung

Etwa zehn Jahre vergehen, bis sich aus einem Adenom ein Karzinom (Adenokarzinom) entwickeln kann. Der eigentliche Beginn der Erkrankung liegt damit meist viele Jahre zurück. Diese Zeitspanne gibt die Möglichkeit, Darmpolypen und frühe Darmkrebsstadien rechtzeitig zu erkennen und zu entfernen. Daher sind Früherkennungsuntersuchungen besonders wichtig.

Warum sich gutartige Polypen im Laufe der Jahre in bösartige Tumore verwandeln, ist noch unklar. Bekannt sind allerdings einige Risikofaktoren, welche die Entartung der Zellen begünstigen.

Risikofaktoren Darmkrebs

Alter

Darmkrebs-Neuerkrankungen nach Altersgruppen (Quelle: RKI; Grafik: Roche)

Darmkrebs-Neuerkrankungen nach Altersgruppen

Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt mit dem Alter zu. Während unter einem Alter von 40 Jahren nur sehr wenige Menschen an Darmkrebs erkranken, steigt das Erkrankungsrisiko danach deutlich an. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 69 Jahren und bei Frauen bei 75 Jahren.1

Familiäres Risiko

Vererbung: Etwa acht Prozent aller Fälle von Darmkrebs hat nachweislich genetische Ursachen.2 Dadurch können diese Arten innerhalb einer Familie weitervererbt werden und gehäuft auftreten. Zu diesen vererbbaren Formen zählen vor allem das Lynch-Syndrom (HNPCC) oder die Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP). Weitere Informationen zu den vererbbaren Formen von Darmkrebs und Adressen von Beratungsstellen finden Sie beim Verbundprojekt der Deutschen Krebshilfe „Familiärer Darmkrebs“.

Familiäre Häufung
Bei einem Teil der Darmkrebsfälle beobachtet man eine familiäre Häufung von Darmkrebs oder Darmpolypen. Dies bedeutet, dass in einer Familie mehrere Personen an Darmkrebs erkrankt sind oder schon in jungen Jahren Darmpolypen entwickelt haben. Ein genetischer Zusammenhang lässt sich aber wissenschaftlich bisher nicht nachweisen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn können das Risiko für Darmkrebs erhöhen. Grund dafür ist eine Entzündung der Darmschleimhaut über einen längeren Zeitraum, die zu bösartigen Zellveränderungen und damit zu Krebs führen kann.

Ernährung und Lebensstil

Ob die Ernährung und der Lebensstil einen Einfluss auf das Risiko für Darmkrebs haben, ist Thema zahlreicher wissenschaftlicher Studien. Es wird vermutet, dass eine Ernährung, die viel Fett und wenig Ballaststoffe enthält, die Entstehung von Darmkrebs fördern könnte. Gleiches gilt für den übermäßigen Genuss von Alkohol, Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen. Inwieweit diese Faktoren eine Darmkrebsentstehung tatsächlich beeinflussen können, ist aber nicht abschliessend geklärt.

weiter zu "Wie verbreitet ist Darmkrebs?"

Referenzen

  1. Krebs in Deutschland 2011/2012. Hrsg. RKI und GEKID, Berlin 2015
  2. Schmoll, H.-J., Höffgen, K., Possinger, K.: Kompendium Internistische Onkologie: Standards in Diagnostik und Therapie. Springer, Heidelberg 2006