Zukunft der IPF-Forschung
 

 Dr. Michael Schöttler, Operating Unit Head Rare Diseases
der Roche Pharma AG, zur Zukunft der IPF-Forschung

Welchen Stellenwert haben seltene fibrosierende Lungenerkrankungen innerhalb der Forschung & Entwicklung von Roche?

Um den Stellenwert für uns in diesem therapeutischen Feld richtig greifen zu können, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Roche hat 2014 das Biotech Unternehmen Intermune integriert, den Pionier antifibrotischer Behandlung von IPF-Patienten. Der Zusammenschluss hat die Forschung, aber auch die Versorgung der Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose in den letzten Jahren enorm vorangebracht. Diese Patienten können heute kausal behandelt werden und so ein besseres und längeres Leben führen.

Roche investiert auch in Zukunft in die Forschung neuer Behandlungsmöglichkeiten von seltenen Lungenerkrankungen. Mit der Integration von Promedior 2019 sind wir uns auch weiterhin sehr klar über unsere Verantwortung und es besteht die berechtigte Hoffnung, dass die heutigen Therapieergebnisse in Zukunft ein weiteres Mal übertroffen werden können. Mit der Integration von weiterem Know-how forschen wir nun gemeinsam an weiteren Therapien bei fibrosierenden Lungenerkrankungen und treiben den Fortschritt für die betroffenen Patienten voran.

Wie hoch ist der Bedarf an weiteren Fortschritten für Menschen mit fibrosierenden Lungenerkrankungen?

Der Bedarf nach weiterem Fortschritt ist unverändert hoch, da die Erkrankung nach wie vor tödlich verläuft. Wir sind immer noch nicht in der Lage, einen Stillstand der Progression zu erreichen, geschweige denn eine Heilung zu ermöglichen. Hier ist die Forschung stark gefragt. Wo könnte der nächste Schritt sein für höhere Wirksamkeit und noch bessere Verträglichkeit? Roche möchte in diesen Fragen auch weiterhin erstklassige Antworten liefern können. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und möchten weiterhin Partner der Ärzte und Patienten im Bereich der interstitiellen fibrosierenden Lungenerkrankungen sein. An dieser Stelle ist aber auch klar: Medizinischer Fortschritt ist nicht nur medikamentöser Fortschritt! So wird uns auch täglich bewusst, welcher immense Bedarf im Bereich der Differentialdiagnostik herrscht. Unterschiedliche Lungenerkrankungen erfordern unterschiedliches Therapiemanagement. Die Diagnostik muss in Zukunft deutlich schneller und verlässlicher werden. Es gibt hier fast noch mehr Forschungsbedarf als bei den medikamentösen Therapien, und auch dort engagiert sich Roche.

Ganz allgemein: Was sind die Ziele von Roche im Bereich der seltenen Lungenerkrankungen?

Unsere Ziele sind ganz klar die Weiterentwicklung der medikamentösen Therapie und eine verbesserte Diagnose. Über Gesundheitslösungen muss allerdings auch integral nachgedacht werden. Die Diagnose und Therapie sind wichtige, aber nicht die einzigen Pfeiler. Aus Sicht der Ärzte und Patienten muss immer die Frage gestellt werden: Wie sieht denn die Versorgung aus? Welche Hürden müssen überwunden werden, damit Menschen eine gute Behandlung erhalten? Vielleicht können wir als Roche die Antworten auf diese Fragen nicht alleine geben, aber vielleicht gelingt es uns in partnerschaftlicher Zusammenarbeit, die existierenden Versorgungskonzepte im Sinne der Patienten weiter zu verbessern.

Wir sind der personalisierten Medizin verschrieben und wollen auch hier weitere Schritte nach vorne gehen. Ich freue mich sehr über die bisher erreichten Fortschritte, aber es ist noch ein weiter Weg zu gehen, um den Bedürfnissen der Patienten wirklich gerecht zu werden.