Grenzach-Wyhlen, 11. September 2023

Die Roche Pharma AG empfing heute die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Diana Stöcker (MdB), Prof. Dr. Andreas Bechthold  (Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie der Universität Freiburg), Thomas Conrady (Präsident IHK Hochrhein-Bodensee) und Dr. Tobias Benz (Bürgermeister Grenzach-Wyhlen).

  • Schwerpunktthema des Besuchs ist die erfolgreiche regionale Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft sowie Forschung und Wissenschaft und die notwendigen  Rahmenbedingungen für Beschäftigung, Ausbildung, Investitionen und Innovationen “Made in Germany”.

  • Die industrielle Gesundheitswirtschaft ist mit 1,1 Millionen Arbeitsplätzen ein zentraler Beschäftigungs- und Wachstumstreiber in Deutschland. Sie konzentriert sich vor allem in Baden-Württemberg (32,6 Prozent), Hessen (27,8 Prozent) und Rheinland-Pfalz (26,5 Prozent), wo sie überproportional zur gesamten Gesundheitswirtschaft beiträgt. 

  • Mit dem Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg hat die Landesregierung ein Format geschaffen, das die Verbindung und Vernetzung der Bereiche Forschung, Gesundheitswirtschaft und -versorgung maßgeblich voranbringt und Strukturreformen z. B. im Bereich der Digitalisierung anstößt.

  • Baden-Württemberg ist somit Vorbild für den Bund und zeigt, wie die industrielle Gesundheitswirtschaft als Leitökonomie nachhaltig zu Wohlstand, Wachstum und Wertschöpfung beiträgt. 

Bei ihrem Besuch auf dem Roche-Campus in Grenzach-Wyhlen verwies Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, auf die gute Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung/Wissenschaft und Politik in Baden-Württemberg und die Vorreiterrolle in Deutschland. „Baden-Württemberg ist als Pharmastandort führend in Deutschland. Die Branche ist aufgrund ihrer Innovationskraft ein starker Wachstumstreiber für unser Land. Diese Standortstärke gilt es zu erhalten. Genau hierfür benötigen wir so innovative Firmen wie Roche. Sie trägt maßgeblich dazu bei, die Region Schwarzwald-Hochrhein als Erfolgsmodell weiter zu etablieren. Die ausgewiesene Standortstärke in Baden-Württemberg ist keine Selbstverständlichkeit. Es gibt einige Themen, die wir anpacken müssen, etwa die regulatorischen Fragen in Deutschland und in der EU, Fragen zur Nutzung der Gesundheitsdaten, die Fachkräftesituation oder auch die Lieferengpässe von Arzneimitteln und Medizinprodukten”, so die Ministerin. 


Die personalisierte Medizin in Baden-Württemberg und die Bedeutung von Gesundheitsdaten

Wissenschaftlicher Fortschritt in der Medizin ist eng mit der Erhebung, der Auswertung und dem Austausch von Daten verbunden – das zeigt die rasante Entwicklung von Impfstoffen, Arzneimitteln und Diagnostika rund um die Corona-Pandemie. Überall auf der Welt analysieren Wissenschaftler:innen Patientendaten, versuchen Muster zu erkennen, vielversprechende Behandlungsansätze zu identifizieren und das Virus sowie den Verlauf der Erkrankung besser zu verstehen. Was für COVID-19 gilt, trifft auch auf andere Therapiegebiete zu - zum Beispiel auf die personalisierte Medizin in der Onkologie. Von der ersten Anamnese bis zur Nachbeobachtung eines onkologischen Patienten wird eine Vielzahl unterschiedlicher Daten im Klinikalltag erfasst und gesammelt - beispielsweise durch die Bildgebung, molekulare Diagnostik, die medikamentöse Therapie oder die chirurgische Behandlung. Vernetzung, Austausch und Analyse dieser heute noch fragmentierten Datensätze und deren Nutzung im Sinne einer forschenden Versorgung haben das Potenzial,  medizinische Erkenntnisgewinne erheblich zu beschleunigen und somit die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern. In Baden-Württemberg leisten die vier Zentren für Personalisierte Medizin (ZPM) Pionierarbeit auf diesem Gebiet: Die Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm verfolgen gemeinsam das Ziel, die datenbasierte, personalisierte Medizin fest in der Patientenversorgung zu etablieren. An der Universität Freiburg und der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee wird im Rahmen der Ausbildung junger Menschen der Datenkompetenz eine besondere Bedeutung beigemessen. Auch für Roche steht fest: Die Zukunft der Krebsmedizin ist präzise, digital und smart.


Um dieser Vision näher zu kommen, geht das Land Baden-Württemberg voran bei der Verbesserung der Nutzung von Gesundheitsdaten. Denn nur mit der rechtlichen, technischen und organisatorischen Infrastruktur kann das Potenzial der Digitalisierung für die medizinische Versorgung ausgeschöpft werden. Dieses Ziel geht das Land strategisch an – mit der Roadmap: Gesundheitsdatennutzung. Dabei werden alle Beteiligten eingebunden und Lösungen entwickelt, die starke europäische Standards zu Datenschutz und -sicherheit mit der Entwicklung der umfassenden Erfassung und Vernetzung von Patientendaten vereinen. 


“Es ist wichtig, dass die guten Erfahrungen und Projekte aus Baden-Württemberg auch auf Bundesebene in die Umsetzung kommen. Wir können es uns einfach nicht mehr leisten, bei so wichtigen Entwicklungen wie der Digitalisierung in der Medizin weiter hinterherzulaufen und zuzusehen, wie in den anderen Ländern das Gesundheitssystem und die Patient:innen bereits davon profitieren”, betonte Prof. Dr. Hagen Pfundner, Vorstand der Roche Pharma AG. Die Industrie begrüßt grundsätzlich das geplante Gesetz auf Bundesebene zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Ziel des Gesetzes ist, mit digitalen Lösungen den Versorgungsalltag und die Forschungsmöglichkeiten in Deutschland zu verbessern. Insgesamt gehen die vorgeschlagenen Maßnahmen zwar in die richtige Richtung; es muss jedoch mehr bei der Standardisierung, Vernetzung und Interoperabilität von Gesundheitsdaten getan werden, um den Rückstand im Vergleich zu anderen europäischen Ländern aufzuholen. "Wenn wir wirklich zur internationalen Spitze aufschließen wollen, dann muss es vor allem darum gehen, den Standort attraktiv für internationale Forschungsprojekte und öffentlich-private Kooperationen zu machen”, so Pfundner.

Bildunterschrift: Prof. Dr. Hagen Pfundner war live aus Berlin zugeschaltet und nahm virtuell an der regen Diskussion bei Roche in Grenzach-Wyhlen teil. Im Bild von links nach rechts: Manuel Hailfinger (MdL Baden-Württemberg, CDU, Wahlkreis Hechingen-Münsingen), Sabine Hartmann-Müller (MdL Baden-Württemberg, CDU,  Wahlkreis Waldshut), Diana Stöcker (MdB), Prof. Dr. Hagen Pfundner (Vorstand Roche Pharma AG), die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Dr. Tobias Benz (Bürgermeister Grenzach-Wyhlen), Thomas Conrady (Präsident IHK Hochrhein-Bodensee), Faten Gaber (Head of Communications & Public Affairs Roche Pharma AG) und Prof. Dr. Andreas Bechthold  (Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie der Universität Freiburg).

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