Augen auf für Vabysmo®: Gute Aussichten für die Behandlung von nAMD und DMÖ

Neue Therapieoption bei Netzhauterkrankungen

Für die Behandlung der neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD) und des diabetischen Makulaödems (DMÖ) steht seit Mitte September der neue bi-spezifische Antikörper Vabysmo®▼ (Faricimab) zur Verfügung [1]. Vabysmo ist das erste Medikament, das eine zeitgleiche Zulassung in beiden Indikationen erhalten hat. Es wurde speziell für die intravitreale Anwendung entwickelt und ist für alle Patient:innen mit nAMD und DMÖ einsetzbar – von Anfang an. Warum neue Therapieoptionen für Netzhauterkrankungen dringend erforderlich sind und wie sich der Behandlungsalltag für Ophthalmolog:innen und Patient:innen durch die Zulassung von Vabysmo verändern könnte, wurde im Pressegespräch der Roche Pharma AG diskutiert. Die Expert:innen betonten dabei nicht nur die hohe Effektivität von Vabysmo in der Therapie, sondern auch dessen Potenzial, die Behandlungslast für Patient:innen deutlich zu reduzieren.

„In Deutschland leiden mehr als 1,2 Millionen Menschen an nAMD oder DMÖ – Tendenz steigend“, informierte Priv.-Doz. Dr. Hakan Kaymak, Düsseldorf. Beide Netzhauterkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen für den Verlust der Sehkraft [2]. Innovative Medikamente wie Vabysmo werden somit immer wichtiger. Vabysmo ist seit dem 16. September 2022 für die Behandlung von nAMD und DMÖ ab der First-Line zugelassen. Der neue Antikörper für die intravitreale Therapie hat einen bi-spezifischen Wirkansatz. Neben dem bekannten Signalweg VEGF-A (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor) hemmt der Antikörper zusätzlich Angiopoietin-2 (Ang-2). Die duale Hemmung der beiden Schlüsselmediatoren retinaler Erkrankungen verstärkt die anti-inflammatorische und gefäßstabilisierende Wirkung synergistisch [1,2].

Die Behandlungslast muss verringert werden

In kontrollierten Studien lassen sich mit VEGF-Inhibitoren gute Visusverbesserungen bei Patient:innen mit nAMD und DMÖ erzielen. Im Behandlungsalltag seien die Ergebnisse jedoch deutlich schlechter, erklärte Kaymak. Ursache des limitierten Therapieerfolgs sei vor allem die mangelhafte Adhärenz: Patient:innen erscheinen nicht regelmäßig in der Praxis, da sie Angst vor weiteren Spritzen und Schmerzen haben. Zudem besteht die Belastung nicht nur für Erkrankte, sondern auch für ihre Angehörigen, die für jeden Termin Zeit einplanen müssen. Bei den oft jüngeren und noch berufstätigen DMÖ-Patient:innen kommt hinzu, dass die zahlreichen Arzttermine zur Behandlung weiterer Diabetes-bedingter Komorbiditäten die Adhärenz bei der DMÖ-Therapie gefährden [2–5]. „Als meist gewünschte Verbesserung der derzeitigen Therapie nennen Patient:innen und Angehörige eine geringere Anzahl an Injektionen“, betonte Kaymak und forderte: „Wir brauchen bessere Therapieoptionen, die sowohl optimale Visusergebnisse erzielen als auch gleichzeitig die Behandlungslast für Patient:innen mit nAMD und DMÖ verringern.“

Multifaktorielle Behandlung ermöglicht längere Therapieintervalle

Dies bestätigte auch Prof. Nicolas Feltgen, Göttingen: „Durch die Hemmung von VEGF-A und nun zusätzlich Ang-2 ermöglicht Vabysmo Menschen mit nAMD und DMÖ die Chance auf einen langfristig – bis zu 2 Jahren – stabilen Visus, bei Therapieintervallen von bis zu 16 Wochen“ [1,3,6–8]. Dabei erziele Vabysmo eine hohe Effektivität in der Therapie: schnelle Verbesserung der Sehschärfe, schnelle Trocknung und Reduzierung der zentralen Netzhautdicke, erläuterte der Experte [3,6–8]. Die zulassungsrelevanten Phase-III-Studien TENAYA und LUCERNE bei nAMD sowie YOSEMITE und RHINE bei DMÖ zeigen konsistent über 2 Jahre, dass Patient:innen, die mit Vabysmo in Abständen von bis zu 4 Monaten behandelt wurden, eine vergleichbare Verbesserung der Sehschärfe erzielten wie Patient:innen, die alle 2 Monate mit Aflibercept behandelt wurden [3,6–8]. Nach den ersten 4 monatlichen Injektionen konnten im 2. Behandlungsjahr 3 von 4 Patient:innen mit nAMD oder DMÖ Behandlungsintervalle von 3 bis 4 Monaten erreichen [3,6]. „Vabysmo hat somit das Potenzial, die Therapielast – basierend auf der individuellen Krankheitsaktivität der Patient:innen – ab dem 2. Jahr auf bis zu 3 Spritzen pro Jahr zu reduzieren, so dass Patient:innen und ihre Angehörigen deutlich entlastet werden“, erklärte Feltgen [7,8].

Auch Prof. Dr. Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn und einer der ersten Augenärzte in Deutschland, der Patient:innen auf Vabysmo eingestellt hat, bestätigte in einem Interview am Rande des Pressegesprächs das große Potenzial des Antikörpers: „Ich bin davon überzeugt, dass dieser neue bi-spezifische Antikörper die Therapie der nAMD und DMÖ positiv verändern wird. Vabysmo ist mit seiner hohen Effektivität und den langen Therapieintervallen eine echte Innovation in der Augenheilkunde – und eröffnet uns die Chance auf einen nachhaltigen Therapieerfolg bei geringerer Behandlungslast.“

[1] Fachinformation Vabysmo®, aktueller Stand

[2] Heier JS et al. Retina 2021; 41:1–19

[3] Wykoff CC et al. Lancet 2022; 399: 741–755

[4] Kiss S et al. Clin Ophthalmol 2016; 10: 2443–2453

[5] Weiss M et al. Retina 2018; 38: 2293–2300

[6] Heier JS et al. Lancet 2022; 399: 729–740

[7] Khanani AM. Jahrestagung der American Society of Retina Specialists (ASRS), New York City, NY, USA, 13. – 16. Juli 2022

[8] Eichenbaum D. Jahrestagung der American Society of Retina Specialists (ASRS), New York City, NY, USA, 13. – 16. Juli 2022

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 7624/14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut (www.pei.de oder Fax: +49 6103/77-1234).

Eindeutige Kennzeichnung von biologischen Arzneimitteln in der medizinischen Kommunikation

Für die Patientensicherheit ist es wichtig, biologische Arzneimittel durch ihren Handelsnamen klar zu kennzeichnen. Nur so kann gewährleistet werden, dass mögliche Nebenwirkungen eindeutig einem bestimmten Produkt zugeordnet und zurückverfolgt werden können. Analog europäischer behördlicher Vorgaben für die Dokumentation des Handelsnamens in der Patientenakte nennt Roche in Publikationen, Texten und Presseinformationen deshalb neben dem internationalen Freinamen auch den Handelsnamen.

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